2018
Nachhaltige Immobilien und Hypothekenkredite für Privatpersonen

Was war der Grund/die Herausforderung für das Projekt?

Als wir im Frühjahr 2015 das Goerzwerk übernommen haben, war es nahezu leer. Mich reizte die Idee, einen 100 Jahre alten Gebäudekomplex wieder zu beleben und in die heutige Zeit zu überführen. Nicht abreißen und neu bauen, sondern sinnvoll nutzen, was bereits da ist.

Wir mussten lernen, mit den besonderen Anforderungen umzugehen, die ein historisches, Industriedenkmal inklusive entsprechender Altlasten mit sich bringt. Wir standen vor einer umfangreichen Immobilienentwicklung. Die Sanierung im „laufenden Betrieb“, auf die Bedürfnisse der Mieter abgestimmt mit vielfältigen Genehmigungserfordernissen war und ist anspruchsvoll.

Durch die Nähe zu den Handwerkern, den Behörden und natürlich zu unseren Mietern konnte von vorneherein ein vertrauensvolles Miteinander entstehen. Es gibt in der Hausverwaltungsbranche gelegentlich die Haltung, den Mieter als Gegner zu betrachten. Diese Herangehensweise war mir schon immer fremd. Es ist uns wichtig, die Goerzwerker, wie alle hier ansässigen Unternehmer bei uns heißen, als Partner zu begreifen und sie zu ermutigen, sich im Goerzwerk zu engagieren, sei es in den gemeinsamen Netzwerkaktivitäten oder einfach als verantwortungsbewusste Mieter und Nachbarn.

Wie beantworten Sie diese Herausforderung durch Ihr Projekt?

Wir möchten im Goerzwerk eine nachhaltige Lebens- und Arbeitswelt etablieren. Die technischen Voraussetzungen zu schaffen um attraktive Raumangebote zu schaffen, ist vortrefflich gelungen. Mit unseren vielfältigen Flächen-Alternativen haben wir bisher für jeden Topf den richtigen Deckel gefunden. Obendrein ist es uns gelungen, durch intensive Feierbereitschaft die Mieter zusammenzubringen und einen lebendigen Gemeinschaftssinn zu entwickeln und zu stärken.

Welche Bedeutung hat die Triodos Bank für Ihr Projekt?

Die Triodos Bank zeigt ein notwendiges Maß an Beweglichkeit und Flexibilität um das Gedeihen des Goerzwerks zu begleiten. Da wir in erster Linie auf nachhaltige Beziehungen abzielen, passt die Bank hervorragend zu uns.

Auch verstehen wir die Zusammenarbeit mit der Triodos Bank als Ansporn, im ökologischen und technischen Sinne unsere Nachhaltigkeit zu beflügeln. Wir werden in diesem Jahr die erste Photovoltaik-Anlage mit 100 Kilowatt Nennleistung (KwP) in Betrieb nehmen. Bis zu 500 kwp sollen es in den nächsten Jahren werden. Wir denken zur Stunde an eine Abwärmenutzung und den Bau einer Biomassenheizung. Insgesamt ist eine ganze Reihe von Effizienzprojekten geplant, die auf Energieeinsparung zielen. Bei der Umsetzung steht uns die Triodos Bank als engagierter Partner zur Seite.

Welche Bedeutung hat das Projekt auf dem Sektor, in dem Sie tätig sind?

Ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal des Goerzwerks ist ein eher unkonventioneller Angang in vielen Bereichen. Im Immobiliensektor ist ein vertrauensvoller Umgang, so wie wir ihn im Goerzwerk in das Zentrum stellen, eher ungewöhnlich. So haben wir die Heizkosten pauschaliert, es gibt keine Heizkostenabrechnung. Ich vertraue darauf, dass die Goerzwerker mit der Heizenergie verantwortungsbewusst umgehen, bisher klappt das sehr gut.

Da die Baumaßnahmen im Goerzwerk noch immer weiter gehen, gibt es an vielen Stellen reichlich Gelegenheit, sich zu reiben. Doch in der Regel gelingt es uns sehr gut, Schwierigkeiten gemeinsam aus dem Weg zu räumen. Ein weiteres Thema sind die Mietverträge, die auf ein langjähriges Miteinander abzielen ohne dabei „langfristig“ zu sein. Die allermeisten Verträge sind unbefristet mit kurzen Kündigungsfristen abgeschlossen. Wenn sich einmal Regelungslücken auftuen, meist im Zusammenhang der Mieterausbauten, so setzen wir immer darauf, gemeinsam zu ergründen wie wir es denn geregelt hätten, wenn die Lücke im Vorfeld erkannt worden wäre. Das geht mal zu Gunsten des einen und mal zu Gunsten des anderen aus, führt aber meiner Erfahrung nach immer zu schnellen, zufriedenstellenden Lösungen.

Welche gesellschaftliche Bedeutung hat Ihr Projekt?

Wir pflegen im Goerzwerk wertschätzende Beziehungen. Wir stärken den Zusammenhalt, das Nachhaltige, das Lokale. Alles Schlüssel für eine bessere Welt. Miteinander führt zu Zugehörigkeit, Nachhaltigkeit zu geringerem Ressourcenverbrauch, Lokalität zu kurzen Wegen. Mithin erhöht alles die Lebens- und Arbeitsqualität. Wir legen Wert darauf, dass die Goerzwerker sich wohlfühlen, mit dem, was sie tun, wenn sie mit ihren Nachbarn guten Umgang pflegen, wenn sie Geschäfte miteinander machen, wenn ihre Anliegen schnell berücksichtigt werden.

Aus unseren vielen Netzwerktreffen heraus ist im Goerzwerk eine lebhafte Community entstanden. Auf dieser Basis haben wir den Netzwerkverein Goerzallee e.V, gegründet, um den Schwung und die positive Energie, die bei uns herrschen, über die Grundstücksgrenzen hinaus zu tragen. Unser Ziel ist es, möglichst viele benachbarte Unternehmer zu gewinnen, sich dem Verein anzuschließen und zu dessen Gedeihen beizutragen.

Zu erwähnen sind auch unsere Hoffeste in den Jahren 2017 und 2018, bei denen Goerzwerker zu Live-Musik und kulinarischen Köstlichkeiten ihre Arbeiten präsentierten. Weit mehr Besucher als erwartet, vor allem aus der Nachbarschaft, nutzten das gesellige Angebot. Auch in diesem Jahr findet wieder unser Hoffest statt. Voraussichtlicher Termin ist der 24. August.

Wie sehr sehen Sie, dass die Triodos Bank Ihre Vision teilt?

Wir fühlen uns geehrt, von der Triodos Bank als nachhaltig eingestuft zu werden. Das ist zugleich ein großer Ansporn, dem nachhaltigen Gedankengut weiteren Raum einzuräumen, es weiterzutreiben. Ich sehe große Übereinstimmungen in den Zielen der Bank und dem, was hier im Goerzwerk passiert.