2016
Gesundheitswesen

Welche Herausforderung hat den Denkanstoß für dieses Projekt gegeben?

Panningen ist eine Stadt im Süden der Niederlande und beheimatet die ehemalige Ziegelbrennerei De Ringoven. Die Fabrik wurde 1989 geschlossen, was in den Folgejahren zu einem allgemeinen Verlust an Lebensqualität in der Stadt beitrug. Immer mehr soziale Dienstleistungen verschwanden aus dem Stadtbild. Die denkmalgeschützte Ziegelbrennerei wurde jedoch renoviert und wiederentwickelt und ist seit 2014 ein beliebter Treffpunkt.

De Ringoven bietet Platz für verschiedene soziale Organisationen. So gibt es beispielsweise eine Agentur, die Arbeit für Menschen mit Lernschwierigkeiten organisiert. Für ältere Menschen mit Demenz werden eine Tagesbetreuung und Aktivitäten geboten, und es gibt eine Kinderbetreuung nach der Schule. Auch ein soziales Unternehmen, Rendiz, bietet Unterkunftsdienstleistungen und vermietet Veranstaltungsorte.

Was ist das Innovative an diesem Projekt?

Die verschiedenen sozialen und gewerblichen Organisationen, die dort ansässig sind, arbeiten gemeinsam an der Umsetzung und Förderung der Ziele von De Ringoven. Sie machen aus dem Gebäude den Puls der Stadt und ihrer Umgebung. Den Initiatoren der Wiederentwicklung ist es erfolgreich gelungen, alle diese Organisationen miteinander zu verbinden. Und sie haben dies auf kommerziell erfolgreiche Weise getan: De Ringoven – als Teil von Rendiz – kombiniert Unterkünfte mit der Vermietung von Räumlichkeiten an soziale Projekte und bietet im Rahmen der Tagesbetreuung Aktivitäten, die alle Ertrag erwirtschaften. Das Projekt ist ein klassisches Beispiel für innovatives soziales Unternehmertum.

Welchen Einfluss hat die Triodos Bank auf dieses Projekt?

Die Triodos Bank finanzierte die Innensanierung des Gebäudes. Ihr Engagement geht jedoch noch weiter. Die Triodos Bank ist ein wichtiger Partner von Rendiz, dem Initiator der Wiederentwicklung. Gemeinsam wird das Finanzierungspotenzial ähnlicher Rendiz-Projekte in anderen Teilen der Provinz eruiert.

Welchen Einfluss hat das Projekt auf den Sektor?

Die große Stärke von De Ringoven ist die Beherbergung von Organisationen aus verschiedenen Sektoren wie dem Gesundheitswesen, der Bildung und dem Gastgewerbe. Das Projekt zeigt, dass dieser integrierte Ansatz erfolgreich sein kann. Ein denkmalgeschütztes Gebäude wie De Ringoven ist kostspielig in der Nutzung. Auch die Umwandlung in ein multifunktionales Sozialzentrum ist mit hohen Kosten verbunden. Aber ein Baudenkmal wie dieses kann rentabel sein, wenn die Kosten auf verschiedene Schultern verteilt werden.

Welchen Einfluss hat das Projekt auf die Gesellschaft?

Die Gegend rund um Panningen hat mit verschiedenen Problemen zu kämpfen, von einer alternden und rückläufigen Bevölkerung bis hin zum Rückgang und Verschwinden von Gemeinschaftsdienstleistungen.

Die Region steht in dieser Hinsicht nicht alleine da: Es gibt mehrere Gemeinden in den Niederlanden, die sich mit ähnlichen Problemen konfrontiert sehen. Die Wiederentwicklung von De Ringoven bietet ihnen jedoch eine schlagkräftige Antwort. Sie trägt zur Lebendigkeit der Gemeinde und zum sozialen Zusammenhalt in der Stadt bei. Das Gebäude dient zudem als Zentrum und Inspiration für andere Entwicklungen. Seit der Neueröffnung von De Ringoven haben verschiedene Organisationen nicht nur in sondern auch rund um das Gebäude Fuß gefasst. Auch eine Grundschule wurde inzwischen neben der alten Ziegelbrennerei eingerichtet. Panningen ist zu neuem Leben erwacht.

Inwiefern deckt sich das Projekt mit der Vision der Triodos Bank?

Die Triodos Bank trägt zur Verbesserung der Lebensqualität einer Gemeinde bei. Sie hat sich dem Ziel verschrieben, Möglichkeiten für die persönliche Entwicklung der Menschen zu fördern, eine auf gegenseitige Hilfe ausgerichtete Gesellschaft zu unterstützen und Ökologie und Umwelt zu stärken.

Da ist es nur logisch, dass die Bank sich im Projekt De Ringoven engagiert. Schließlich bietet dieses Projekt Entwicklungsmöglichkeiten für Menschen, die nicht direkt Zugang zum Arbeitsmarkt haben, schafft Bildungsmöglichkeiten für Kinder und trägt zudem zum sozialen Zusammenhalt in der Stadt bei. Der Unterbringungsservice nutzt regionale und Fairtrade-Produkte. Und nicht zuletzt handelt es sich um ein schönes Gebäude – ein nationales Baudenkmal –, das nun für künftige Generationen in einer neu belebten Stadt erhalten bleibt.